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„Christinen Brunnen ist stark genug, um bestehen zu können“

16.05.2013

Bielefeld/ Düsseldorf – Um richtungsweisende Strategien für den Wasser- und Getränkemarkt ging es beim AfG- Kongress Ende April in Düsseldorf. Carsten Heß, Geschäftsführer der Gehring-Bunte Getränke Industrie (Christinen Brunnen), referierte dort über die Tradition und Geschäftspolitik seines Unternehmens  und über die Herausforderungen, denen man sich in Zukunft stellen muss. Sein Credo: „Die Marke Christinen Brunnen ist stark genug, um in Zukunft trotz der bestehenden Risiken gut bestehen zu können.“ Und so sieht Heß das im einzelnen:

Wie werden sich der Gesamt-Markt und unser Arbeits- und Lebensumfeld in den nächsten Jahren verändern?

Carsten Heß: Die Gesellschaft wird sich bekanntermaßen weiter wandeln, die Haushaltsgrößen sinken, im Durchschnitt leben heutzutage nur noch zwei Personen in einem Haushalt. Dazu kommen  immer höhere Lebenshaltungskosten, junge und alte Menschen, die von Niedriglohn leben müssen und nicht zuletzt eine Bevölkerung, die immer älter wird. Das sind tiefgreifende Veränderungen, auf die wir uns einstellen müssen.

Was bedeutet diese Entwicklung für Christinen Brunnen und seine Philosophie?

Heß: Wir sind eine Marke zwischen Tradition und Zukunft. Der Verbraucher weiß, was er von uns erwarten kann: Unser oberstes Gebot bleibt die absolute Reinheit. Christinen Brunnen ist praktisch frei von anthropogenen (menschlichen) Einflüssen, die Wasservorkommen gehören mit ca. 25.000 Jahren zu den ältesten Wässern überhaupt. Christinen Brunnen ist ausgewogen mineralisiert und harmonisch vom Geschmack, unser prämiertes Wasser „Christinen-Carat“ eignet sich sogar als Säuglingsnahrung. Zur Zeit realisieren wir zusätzlich mit einem großen Lebensmitteleinzelhändler ein Babywasser in unterschiedlichen Verpackungsgrößen.

Unsere Verpackungen sind handlich, stabil und funktionell. All das nehmen wir mit in die Zukunft und richten unser Augenmerk zudem auf die Chancen, die der Markt bietet: Gesundheit- und Qualitätstrends, der weiter steigender Pro-Kopf-Verbrauch an Mineralwasser, die Verbrauchernachfrage nach kalorienarmen Getränken und dem natürlichen Süßstoff aus der Steviapflanze (Steviol-Glycoside). Wir müssen bereit sein, quer zu denken und zu experimentieren.

Welche Risiken sehen Sie in Zukunft?

Heß: Es gibt eine Reihe von Faktoren, die wir kritisch im Auge halten und gegen die wir uns im Zweifel auch zur Wehr setzen müssen. Wie zum Beispiel das Thema Fracking.  Da hat der Verband Deutscher Mineralbrunnen in diesen Tagen ja zu Recht auf die Gefahren hingewiesen. Um an das Gas in den tiefen Gesteinsschichten zu gelangen, muss mit Druck und Chemikalien gearbeitet werden. Schon das Eindringen geringster Mengen toxischer Fracking-Flüssigkeiten kann die ursprüngliche Reinheit des natürlichen Mineralwassers verändern und damit zur amtlichen Aberkennung dieses Qualitätssiegels führen. Mineralwasser ist das einzige Produkt, das einer amtlichen Anerkennung bedarf und nicht behandelt oder verändert werden darf. Fracking hätte also für die Mineralbrunnen verheerende Auswirkungen. Ich denke, da wird die Politik noch einiges zu klären  haben.

Wo sehen Sie weiteren Handlungsbedarf?

Heß: Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Mehrwegquote weiter abschmelzen wird - mit allen logistischen, ökologischen und ökonomischen Konsequenzen. Aufgrund der angesprochenen zunehmenden Niedriglöhne bei jüngeren und älteren Verbrauchern wird auch die Nachfrage nach immer billigerem Wasser steigen. Zudem sind auch die öffentlichen Versorger längst in den Wettbewerb getreten. Dagegen müssen wir uns als Verband und auch als Unternehmen positionieren – mit qualitativ hochwertigen Produkten.

Nach denen die Verbraucher ja auch verlangen...

Heß: Unsere Chancen liegen darin, dass der Pro-Kopf-Verbrauch an Mineralwasser seit Jahren stetig steigt. Und dass die Trends der Zukunft klar beschrieben sind. Für viele Verbraucher werden die Themen Gesundheit, Qualität und Lifestyle auch bei der Wahl des Wassers immer wichtiger. Das alles müssen wir anbieten.

Wie ist Ihre Vision für Ihre künftige Produktion und Strategie?

Heß: Wir waren immer ein vorausschauendes Unternehmen. Gemäß den oben genannten Vorgaben und Annahmen denke ich, dass Christinen Brunnen in fünf bis zehn Jahren stark an gesundheitsbezogenen, präventiv orientierten Projekten mitarbeitet und innovative Rezepturen und Gebinde zur Marktreife geführt hat. Sicher werden wir auch sportlicher und jünger sein.

Wohin geht die Entwicklung bei Vermarktung und Vertrieb?

Heß: Christinen Brunnen hat immer Wert auf ein breit gefächertes Angebot gelegt. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Neben dem traditionellen kistengestützten Sortiment werden wir ein ebenso breites und tiefes Einwegsortiment führen.  In den Fernregionen werden wir in Zukunft die kistengestützten Systeme durch Einweg ersetzen müssen.

Sind Sie bei all diesen Schritten auch finanziell gewappnet für die Zukunft?

Heß: Wichtig wird sein, dass wir uns mit begrenzten finanziellen Mitteln auf mögliche, auch überraschende Ereignisse und Entwicklungen in der Zukunft vorbereiten. Und da spreche ich nun unsere gesamte Branche an. Wir sollten uns mehr Gedanken über Kooperationen machen, um finanzielle Spielräume zu erhalten. Das fängt bei der Produktion an und hört beim  Einkauf auf.  Lassen sich zum Beispiel Verfahren wie die kalt-aseptische PET-Technik oder spezielle Aggregate wie Sleever und Sportscap-Apllikatoren gemeinsam an einem Produktionsort nutzen? Können wir einen gemeinsamen Außendienst und gemeinsame vertikale Übernahmen etablieren, eventuell sogar Einkaufsgesellschaften gründen?

Welche Rolle kommt bei diesen Überlegungen dem Verband deutscher Mineralbrunnen zu?

Heß: Um gemeinsam in diese Richtung zu gehen, braucht es neben vielen organisatorischen, logistischen und produktionstechnischen Plänen vor allem gemeinsame Werbung und PR, sozusagen aus gemeinsamer Quelle. Wir brauchen noch mehr verbandsgestützte Öffentlichkeitsarbeit und verbandsgestützte Verbraucher-kampagnen. Der Verband ist die Stimme bei Kommunen, Ländern, Bund und EU, worum auch immer es in Zukunft gehen wird: ob um Fracking, Verpackungen oder mögliche Getränkeabgaben, die geplant sind. Und er setzt für alle seine Mitglieder gezielt Werbung ein, die uns abgrenzt von öffentlichen Wasserversorgern und Anbietern, die nicht die Qualität liefern, die wir liefern können.

Herr Heß, wird danken Ihnen für das Gespräch.

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