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Aktuelles

Mineralstoff-Forschung aktuell - Ausgabe 7

21.09.2015

Liebe Leserin, lieber Leser, der Review zu den Wirkungen von Magnesium auf das Herz-Kreislauf-System von Ursula Meyer-König ist nun veröffentlicht worden. Sie finden in diesem Newsletter einen Link zu der Publikation in der Zeitschrift Ernährung und Medizin, 2/2015.

(v.l.n.r.) Johannes Naumann, Diana Biehler und Marina Dahlinger

Am 11. Juni haben wir beim Business-Run, einem 6 km-Lauf in Freiburg, mitgemacht, als Team der Forschungsgruppe Mineral- und Heilwasser – „FGMH, die Wasserläufer“.

Ein VDM-Mitglied hat dieses schöne Foto von uns gemacht. Wir wissen nun aus eigener Erfahrung, dass so ein Lauf mit Mineralwasser viel leichter zu bewältigen ist als ohne und zeigen es Ihnen auch mit zwei Studien in unserem heutigen Newsletter.

Die beiden Studien untersuchen, inwieweit beim längeren Training in 30°C warmer Umgebung, also mit Wasserverlusten, das Trinken von Mineralwasser positiv wirkt, sowohl vor als auch nach der Belastung.

Wir hoffen, Sie werden viel Spaß beim Selber Laufen und beim Lesen des neuen Newsletters und des Magnesium-Reviews haben.

Herzlichst Ihre

Diana Biehler, Catharina Sadaghiani und Johannes Naumann

Mineralwasser nach Belastung

In der ersten Studie mit kontrolliertem, doppelblindem cross-over Design wurde der Effekt von Mineralwasser (Na: 76 mg/l, Ca: 220 mg/l, Mg: 73 mg/l, Cl: 46 mg/l, SO4: 834 mg/l) auf die Erholung nach einem langen, aeroben Lauf in warmer Umgebung getestet. Als Kontrolle wurde Leitungswasser verwendet.

Dazu liefen 9 gesunde körperlich aktive Frauen im Alter von 24 ±3,7 Jahren, Nichtraucherinnen, Gewicht 69 kg ± 9,9 kg, auf einem Laufband mit 40 % der maximalen Leistungsfähigkeit bei 30°C so lange, bis ein 3 %-iger Verlust des Körpergewichts erreicht war, was im Durchschnitt 97 Minuten dauerte bei einer Geschwindigkeit von 8,1 km/h.

Danach tranken sie das Mineral- oder Leitungswasser (verblindet) in einer Menge, die dem 1,5-fachen des verlorenen Körpergewichts entsprach, in 5 Portionen alle 30 Minuten. 

Zur Beurteilung der Erholung wurden die maximale Sauerstoffaufnahme (siehe Definitionen) und die maximal mögliche Sprunghöhe nach 4, nach 24 und 48 Stunden gemessen. Die maximale Sauerstoffaufnahme war nach dem Trinken des Mineralwassers nach 4 Stunden um 9 % höher als nach dem Trinken von Leitungswasser. Die maximal mögliche Sprunghöhe war nach der Belastung in beiden Gruppen niedriger als in ausgeruhtem Zustand, stieg aber nach dem Trinken von Mineralwasser schneller wieder an und war nach 48 Stunden um 6,6 % besser als nach dem Trinken von Leitungswasser.

Mineralwasser war damit effektiver als Leitungswasser für die Erholung der aeroben Leistungsfähigkeit und der Beinmuskulatur nach längerem dehydrierendem aerobem Training in warmer Umgebung. Es wird angenommen, dass der höhere Mineralstoffgehalt des Mineralwassers die Regeneration der durch den Sport hervorgerufenen Muskelschädigungen begünstigt.

Mineralwasser und Salz vor Belastung

In der zweiten Studie ging es nicht um das Trinken nach, sondern schon vor einer 60-minütigen dehydrierenden Belastung. Die Studienteilnehmer nahmen zunächst verblindet etwas Natrium (Natriumgruppe =NG) oder ein Placebo (Placebogruppe =PG) oder nichts (Kontrollgruppe =KG) ein.

Die Teilnehmer, die Natrium bekamen, tranken noch vor der Belastung freiwillig mehr Wasser (NG: 1380 ml, PG: 815 ml, KG: 782 ml), behielten mehr Wasser im Körper (NG: 821 ml, PG: 244 ml, KG: 148 ml), dehydrierten während des Sports weniger (NG: 0,7 %, PG: 1,3 %, KG: 1,6 %) und brauchten nach der Belastung auch weniger Zeit, um eine sportliche Aufgabe zu erfüllen (NG: 773 s, PG: 851 s, KG: 872 s).

Eine freiwillige Flüssigkeitsaufnahme „über den Durst hinaus“ kann mit einem salzigen Snack vor dem Trinken erreicht werden, noch viel leichter natürlich mit einem natriumhaltigen Mineralwasser. Danach sind Sportler besser hydriert und leistungsfähiger.

Magnesium und kardiovaskuläre Gesundheit

Und damit beim Sport auch Herz und Muskeln gut mitmachen, darf natürlich eine ausreichende Versorgung mit Magnesium nicht fehlen. Lesen Sie dazu den aktuellen Review von Ursula Meyer-König und Johannes Naumann.

Literatur:

(1) Stasiule L, Capkauskiene S, Vizbaraite D, Stasiulis A. Deep mineral water accelerates recovery after dehydrating aerobic exercise: a randomized, double-blind, placebo-controlled crossover study. J Int Soc Sports Nutr. 2014 Jun 26;11:34.
(2) Morris DM1, Huot JR, Jetton AM, Collier SR, Utter AC. Acute Sodium Ingestion Prior to Exercise Increases Voluntary Water Consumption Resulting in Pre-Exercise Hyperhydration and Improvement in Exercise Performance in the Heat. Int J Sport Nutr Exerc Metab. 2015 Mar 26.

Die Definition

Tests zur Leistungsfähigkeit: Die Leistungsfähigkeit eines Menschen ist gar nicht so einfach zu messen. Das hängt ja auch von der Art der Leistung ab, z.B. ob jemand besonders schnell laufen oder Fahrrad fahren kann. Einige Tests haben sich in Studien etabliert.

Wir alle kennen wahrscheinlich den Ergometer-Test beim Hausarzt, bei dem beim Radfahren gegen immer mehr Widerstand der Blutdruck gemessen und ein EKG geschrieben wird und man dann seine maximale „Wattzahl“ kennt, bei der man erschöpft aufgibt. 

Viel genauer ist eine Spiroergometrie, bei der zusätzlich die Menge und der Gehalt an Sauerstoff und CO2 in der ein- und ausgeatmeten Luft gemessen und daraus die Leistungsfähigkeit bestimmt wird, insbesondere die maximale Sauerstoffaufnahme (VOmax). Ähnlich aussagefähig ist eine Laktatmessung im Blut unter Belastung, wobei niedrige Laktatwerte bei gleicher Leistung eine gute Leistungsfähigkeit anzeigen. 

In vielen Studien gibt es zudem allgemeine Leistungs-Tests, z.B. wie schnell jemand von einem Stuhl aufstehen, zu einem Punkt und wieder zurück laufen kann, die Treppe hinauf kommt etc. 

Es gibt auch Tests zur Muskelkraft der Arme oder Beine. Einfach sind direkte Kraftmessungen gegen Widerstände, aber oft möchte man auch komplexe Bewegungen und nicht nur einzelne Muskeln testen. Dann ist wichtig, dass für alle möglichst ähnliche Bedingungen gelten, man z.B. mit genau 90° gebeugten Knien, mit den Händen auf den Oberschenkeln bleibend, von einem wenig federnden Untergrund hochspringt und dann die Höhe gemessen wird.

Über die folgenden Links können Sie die Arbeit von Stasiule et al. kostenfrei herunterladen und den Abstract von Morris et al. einsehen:

Stasiule et al., 2014
Morris et al., 2015

 

 

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